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„Blau-Gold, Liedertafel & Kurrende – Musik in Delitzsch“

22. März bis 9. Juni 2019


Seit Jahrtausenden ist der Mensch mit der Musik tief verwurzelt. Musik gehört zu den ursprünglichsten geistigen Bedürfnissen des Menschen überall auf der Welt. Doch wie sah dies in der Loberstadt aus?
Die neue Sonderausstellung im Barockschloss Delitzsch präsentiert ab 22. März 2019 die musikalische Entwicklung der Stadt Delitzsch seit dem 15. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre mit zahlreichen Objekten. Alle bedeutenden musikalischen Entwicklungen auf deutschen Boden sind auch in Delitzsch vertreten, wie beispielsweise die Orgelmusik in der Kirche.
Auf eine ebenso lange Tradition zurückblicken kann die in Delitzsch 1329 vom Kaland gegründete Kurrende. Diese Kurrendknaben liefen bei Familienfeierlichkeiten, Begräbnissen und Chortagen von Tür zu Tür, um für ein Almosen Choräle und geistliche Volkslieder zu singen. Bis in die heutige Zeit hinein findet sich in Delitzsch die Tradition des Neujahrssingens – ein Brauch, der allerdings erst 1570 eingeführt wird.
Bereits um 1440 trifft man in unserer Stadt auf die Spuren der sogenannten „Korsenger“ (Chorsänger), ein Verein, der sich aus einflussreichen und vermögenden Bürgern und musikalischen Mitgliedern der angesehenen Kaland-Bruderschaft  zusammensetzt. Rund 400 Jahre später schießen in Mitteldeutschland Männergesangsvereine wie Pilze aus dem Boden. Sie treffen sich vornehmlich in Gaststätten und singen neben Kirchenliedern, nun auch Volkslieder und Lieder mit politischen Kontext. Allein Delitzsch hatte 1913 schon acht Gesangvereine.
Musikalisch begabt mussten zeitweilig sogar die hiesigen Türmer sein. Als sogenannte „Stadtpfeifer« waren sie u.a. verpflichtet, Posaunen, Zinken und an hohen Feiertagen Pauken und Trompeten zu spielen. Ab 1800 wird diese Funktion der Stadtmusikus oder gar die Stadtkapelle übernehmen.
Zahlreiche Tanzmusikkapellen gab es auch im 20. Jahrhundert in der Stadt. In den fünfziger Jahren gründete sich z. B. die Swingkapelle „The Dixi“ in Delitzsch. Da der Bandname für DDR-Verhältnisse zu Englisch klang, musste eine Umbenennung erfolgen. Der neue Bandname „Blau-Gold“ entsprach eher dem Geschmack der Behörden und wird noch so manch Delitzscher im Gedächtnis sein und an flotte Tanzabende erinnern. Ein Bandname, der letztlich ebenso die Tür für wöchentliche Proben im Jugendklub des Schlosses öffnete.

Begleitprogramm

Begleitend zur Ausstellung werden am 7.04./26.05./9.06. 2019 jeweils 11 Uhr Familienführungen angeboten. Um Anmeldung wird gebeten.

 

Termine

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